Jede Erfindung hat ihre Zeit.

Walter Albrechts Wasserkraftschnecke hat Zukunfts-Chancen, ermöglicht sie doch erstmals eine “fischfreundliche Stromgewinnung” aus Wasserkraft.

Wasserkraft ist eine feine Sache. Ohne Kohlendioxid, Staub oder Stickstoff kann damit ganz schön viel Strom erzeugt werden. Schon die alten Sumerer machten sich Wasserkraft zu Nutze. Zwischen Euphrat und Tigris erfanden sie vor über 6.000 Jahren neben den ersten Schriftzeichen die Grundzüge unserer Land- und Wasserwirtschaft. Walter Albrechts Erfindung revolutioniert nun den Umgang mit Fließgewässern und deren Bewohnern.

Mehr Power

Mit dem neuen Schneckentyp geht eine völlig gefahrlose Auf- und Abwärtswanderung der Wasserbewohner einher. Die ganze Trommel wird durch das abfließende Wasser in Drehung versetzt, dabei fördert die innere Schneckenwendel Wasser nach oben. So entstehen Lockströmungen, welche die Fische zum jeweiligen Einstieg leiten. In der beckenartigen Wasserfüllung werden sie schonend nach oben beziehungsweise nach unten transportiert. Das lässt nicht nur die Natur aufatmen, der jeweilige Betreiber ist damit im Besitz einer hochwirksamen Wasserkraft-Anlage.

“Die größer dimensionierten Anlagen sorgen für eine höhere Stromausbeute. Die etwas geringere Drehzahl garantiert aber, dass selbst Mikroorganismen unbeschadet ihren Weg durch die Anlage finden”, erklärt Albrecht.

Viele Wanderhindernisse in Europas Flüssen sind potentielle Standorte der Hydro-Connect Wasserkraftschnecke, die einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz und der Versorgung mit nachhaltiger Energie leisten kann.

“Wasser ist keine Handelsware wie jede andere, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt werden muss.”

Anfangssatz der EU Wasserrahmen-Richtlinie

Von Simon Roth

momag 310_april 2013